Frank PientkaInnovation und Technologie

IT-Modernisierung und Innovation mit der Cloud

Beim Kauf eines neuen Autos möchte man schnell und effektiv die neuen Möglichkeiten nutzen. Doch oft wird die erste Freude getrübt, da die vielen neuen Funktionen einen schnell überfordern können. Ähnlich geht es vielen Unternehmen bei ihren ersten Schritten in die Cloud. Ohne eine konkrete Strategie und Vorbereitung landet man schnell in einer Sackgasse. Der Materna Cloud Readiness Check gibt Unternehmen eine Landkarte an die Hand, um ihre Reise in die Cloud sicher, transparent und kontrolliert zu gestalten.

Am Anfang einer jeden Reise steht die Bestandsaufnahme. Was möchte ich wirklich mitnehmen und was kann ich mir leisten? In dem Migrationsmodell von Gartner (Five Cloud Migration Strategies for Applications 2011) werden die Migrationsziele, abhängig von den Anforderungen und Randbedingungen, geprüft und Alternativen evaluiert. Erst danach wird für das passende Betreibermodell (on-premise, IaaS, PaaS, CaaS, FaaS) geprüft, welcher Anbieter hierfür das beste Angebot hat. Dabei kann es auch auf ein hybrides oder ein Multi-Betreibermodell hinauslaufen. Wichtig ist zu klären, ob man Cloud als Unternehmensstrategie betrachtet oder nur als eine Option, um für eine Anwendung oder ein System eine alternative Lösung zu finden, z.B. um Kosten zu minimieren, Ressourcen zu sparen oder eine Modernisierung zu ermöglichen.

Bei den sechs Migrations-R’s ist Re-host (“lift and shift.”) die erste und schnellste Möglichkeit.Die Anwendungen werden nur virtualisiert und so in das geeignete Virtualisierungsformat mit einer entsprechend provisionierten Infrastruktur überführt. Wenn hier bereits intern viel Virtualisierungs-Know-how vorhanden ist, unterscheidet sich der Betrieb im eigenen Rechenzentrum nicht wesentlich vom Betrieb in der Cloud. Jedoch muss man gerade bei den Lizenzbedingungen einiger Software-Hersteller aufpassen, da diese entweder gar nicht oder nur eingeschränkt in der Cloud genutzt werden können. Das kann auch ein Grund sein, um die Plattform oder die eingesetzten Produkte zu wechseln (Re-platform, “lift, tinker, and shift.”). Hier lassen sich proprietäre Produkte entweder durch Open-Source-Lösungen oder durch die Produkte des Cloud-Anbieters austauschen.

Beim Wechsel von einem auf ein anderes Produkt bieten einige Cloud-Anbieter, wie z.B. AWS eigene Migrationsdienste für Daten und Datenbanken oder virtuelle Maschinen an, um die Migration planen und durchführen zu können.

Wie jeder Wechsel muss dieser gut vorbereitet und getestet werden. Bei manchen Fremdprodukten ist die Auswahlmöglichkeit jedoch aus Support-Gründen, auch in der Cloud, auf wenige unterstützte Produkte und Umgebungen eingeschränkt. Da kann es sein, dass man Lizenzen neu kaufen muss oder gleich auf ein gemanagtes Angebot wechselt (Re-purchase). Bei selbst entwickelten Lösungen hat man die meisten Möglichkeiten, die Anwendungen an die Bedürfnisse der Cloud anzupassen oder daraufhin umzuschreiben (Re-factor / Re-architect). Ist eine Anwendung eh am Ende seines Lebenszyklus angelangt und schon länger nicht mehr unterstützt, bleibt hier als letzte Lösung noch ihre Abschaltung oder Ablösung (Retire) durch ein alternatives Produkt. Meist muss man zumindest die Daten aus der Anwendung aus rechtlichen Gründen sichern oder migrieren. Auch hier bietet sich die Cloud als kostengünstige und schnelle Lösung an, um Daten zu sichern oder nur für Migrations- oder Testzwecke zwischenzuparken.

Um langfristig das volle Potenzial der Cloud zu heben, kommen Unternehmen um eine konsequente Anpassung der eigenen Entwicklungs- und Betriebsprozesse nicht herum. Im Sinne von DevOps und Infrastruktur-als-Code-Philosophie werden viele aktuell noch manuell durchgeführten Schritte automatisiert. Als schönen Nebeneffekt haben Unternehmen dadurch immer einen schnellen Überblick, welche Version von welchem Dienst in welcher Konfiguration gerade läuft, und welche Ressourcen dieser gerade benötigt. Daraus lassen sich recht zeitnah auch die aktuellen Kosten errechnen und der zukünftige Bedarf prognostizieren. So gewinnen Sie nicht nur mehr Flexibilität, sondern auch Transparenz zu Ihren in der Cloud angebotenen Diensten. Mit der Cloud können Unternehmen nicht nur Ressourcen sparen, sondern sie ist auch ein „Ermöglicher“ für die IT-Modernisierung und ein „Beschleuniger“ für die Bereitstellung innovativer Dienste, die ohne sie kaum möglich wären.

Wir wünschen viel Erfolg bei Ihrer Cloud-Reise und dass Sie sich dabei an den sechs R-Schildern orientieren. Gerne können wir Sie dabei mit unserem Beratungsprodukt Cloud Readiness Check passgenau unterstützen.

 

http://blog.materna.de/refactoring-im-grossen-und-kleinen/

http://blog.materna.de/gewitter-der-wolke-warum-public-cloud-keine-einbahnstrasse-sein-muss/

http://blog.materna.de/digitales-unternehmen-modernisieren-oder-sanieren/

http://blog.materna.de/ist-cloud-native-serverless-computing/

http://blog.materna.de/die-infrastructure-code-revolution/

http://blog.materna.de/mehr-agilitaet-in-entwicklung-und-betrieb/

http://blog.materna.de/die-plattform-revolution-und-api-oekonomie/

 

 

Schlagwörter: , , ,