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Kettenreaktion: smarte Verträge und virtuelle Währungen mit Blockchain haben Zukunft

Durch die Digitalisierung verlagern sich immer mehr Vorgänge von der physischen in die virtuelle Welt. Da physische Ressourcen immer noch viel Zeit, Aufwand und Platz benötigen, kostet das oft viel Geld. Viel Geld, was besser woanders investiert werden kann. Blockchain ist so eine vielversprechende Technologie, um die Transaktions- und Prozesskosten bei gleichzeitig höherer Transparenz und Abwicklungsgeschwindigkeit zu ermöglichen.

Technisch handelt es sich bei Blockchain um eine verteilte, redundante Datenbank mit einer kryptografisch abgesicherten Kette von Transaktionen, die eine offene Buchführung ermöglichen. Dadurch dass es keine zentrale Instanz gibt, muss das Anhängen neuer korrekter Blöcke über ein Konsensverfahren sichergestellt werden. Dadurch, dass die Blöcke aufeinander aufbauen, können diese auch im Nachhinein nicht mehr geändert werden, wodurch Löschungen oder nachträgliche Manipulationen verhindert werden.

Die zwei populärsten Implementierungen von Blockchain sind aktuell Bitcoin als virtuelles Bezahlsystem und Ethereum für intelligente Verträge mit hinterlegtem Regelwerk. Erst vor kurzem hat das jüngste Kurshoch bei der Bitcoin-Währung die Bundesbank veranlasst, Sparer vor spekulativen Geldanlagen in der Kryptowährung zu warnen. Das hindert jedoch die Bundesbank und viele andere Banken, Versicherungen oder die deutsche Börse nicht daran, eigene Pilotprojekte mit ähnlichen Verfahren zu betreiben.

Immerhin wurde bereits für das Bitcoin-Symbol ein Unicode reserviert, der von der im Juni 2017 erscheinenden Version 10.0 unterstützt wird. Als offizieller Währungscode hat es der Bitcoin Vorschlag XBT jedoch noch nicht in die ISO 4217 geschafft.

Das zeigt, dass hier auf allen Fronten noch einiges zu tun ist, bis Blockchain ein echter Teil unserer Alltags- und Geschäftswelt wird. Die technischen Grundlagen sind gelegt und es existieren auch mehrere Implementierungsverfahren, die auch als Open Source zur Verfügung stehen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, damit diesen Verfahren, neben den dabei beteiligten Partnern das nötige Vertrauen entgegengebracht wird. Denn Vertrauen ist die Basis und Währung, auf dem auch in Zukunft Geschäftstransaktionen stattfinden. Welches Blockchain-Verfahren sich auf welchem Gebiet durchsetzt, wird sich zeigen.

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Autoreninfo

Frank Pientka ist Principal Software Architekt bei Materna und Gründungsmitglied des International Software Architecture Qualification Board (iSAQB). Er beschäftigt sich seit mehreren Jahrzehnten mit skalierbaren flexiblen Diensten in der Cloud und setzt sich mit innovativen Software-Themen auseinander.

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