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Im Urlaub für den Chef erreichbar? Die Mehrheit der Berufstätigen findet das ok.

Der Einzug digitaler Technologien in die Arbeitswelt hat zu einem radikalen Wandel geführt: heute können Menschen arbeiten, wann und wo sie wollen. Die klare Trennlinie zwischen Beruf und Privatleben löst sich zunehmend auf. Sofern es die Tätigkeit zulässt, genießen viele Arbeitnehmer Vertrauensarbeitszeiten, können an ihrem Arbeitsplatz auch private Dinge erledigen oder ihre Aufgaben im Homeoffice erledigen. Die ständige Erreichbarkeit scheint insbesondere für die jüngere Generation ganz normal geworden zu sein, da sie ohnehin mit Smartphone und Social Media groß geworden ist. Für viele Menschen überträgt sich diese Always-on-Mentalität auch auf das Arbeitsleben und sogar auf das Verhalten im Urlaub.

Eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands Bitkom hat ergeben, dass viele Berufstätige in Deutschland ihr Privatleben auch im Urlaub nicht von ihrem Job trennen. Ob sie dies nicht können oder nicht wollen, hat die Studie nicht untersucht. Jedenfalls gaben 70 Prozent an, dass sie während ihres Urlaubs dienstlich erreichbar sind. Damit ist dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahr leicht angewachsen: 2018 waren noch 64 Prozent im Urlaub beruflich ansprechbar. 65 Prozent der Befragten gaben an, per Kurznachricht wie WhatsApp, SMS oder iMessage erreichbar zu sein. 58 Prozent gehen dafür auch ans Telefon und 26 Prozent rufen während des Urlaubs berufliche E-Mails ab.

Sich selbst Grenzen zu setzen, schaffen vor allem die Jüngeren. So geben 36 Prozent der 16- bis 29-Jährigen an, in ihrem Sommerurlaub nicht erreichbar zu sein. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 25 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 29 Prozent. Allerdings könnten diese Zahlen auch damit zusammenhängen, dass Ältere mehr Verantwortung tragen und daher auch während des Urlaubs Entscheidungen treffen müssen. Interessant ist aber, dass die Arbeitnehmer rechtlich gar nicht dazu verpflichtet sind, während ihres Urlaubs erreichbar zu sein.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind hier abrufbar.

Für Unternehmen stellt sich die Frage, ob sie in dieser Situation den Arbeitnehmer vor sich selbst schützen sollten, indem die Business-E-Mail und das Firmenhandy im Urlaub deaktiviert werden. Immerhin geht es darum, in der Freizeit einfach einmal abzuschalten und die eigenen Batterien aufzuladen.

Oder gilt das Motto: Arbeitszeit ist Lebenszeit. Schließlich sehen viele Menschen in ihrem Job eine zentrale sinnstiftende Tätigkeit, die sie gerne verrichten.

Wir sind gespannt auf Ihre Meinung: Wie halten Sie es in Ihrem Urlaub? Schaffen Sie es konsequent die Business-E-Mail zu ignorieren und Kollegen nicht über WhatsApp anzuschreiben?

Schlagwörter: Digitalisierung der Arbeitswelt

Autoreninfo

Christine Siepe verantwortet die Unternehmenskommunikation bei Materna. Die Dipl.-Betriebswirtin ist seit über 20 Jahren im Unternehmen tätig und sorgt für eine eindeutige Positionierung von Materna am Markt über verschiedene Kommunikationskanäle wie Print, Social und Online.

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Wäre das nicht mal interessant zu wissen, wie das firmenintern so beurteilt wird?

    Antworten
    • Christine Siepe
      August 8, 2019 6:19 pm

      Das wäre in der Tat sehr interessant, zu erfahren. Sehr wahrscheinlich ist hier mit einem ähnlichen Ergebnis wie bei der Umfrage des Bitkom zu rechnen.

      Antworten
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