Der Materna-Blog — wissen was los ist

Do Less – Die Effizienz der Faulheit in der Applikationsentwicklung

Was tun, wenn Mitarbeiter ungerne mit den Software-Applikationen arbeiten, die ihnen im Arbeitsalltag zur Verfügung stehen? Oder wenn Endkunden schlechte Bewertungen in den App Stores abgeben? In dieser Situation sind immer mehr Unternehmen. Doch wie sollen sie reagieren, ohne, dass die Kosten in der Anwendungsentwicklung explodieren? Mit Agile GitOps werden Sie blitzschnell produktiv in der Applikationsentwicklung.

Die Erwartungshaltung von Nutzern an Anwendungen wird von Jahr zu Jahr größer. Das hat verschiedene Gründe: Einerseits steigen Qualität und Bedienbarkeit der privaten Endgeräte wie Smartphones und Tablets. Andererseits bieten gerade Apps wie Netflix, Uber, PayPal und Instagram ein überzeugendes Bedienkonzept. Heute sind daher nicht nur professionelle Nutzer und Technikbegeisterte anspruchsvolle Anwender. Einmal an den Komfort gewöhnt, möchte der Nutzer ihn nicht mehr missen. Das setzt jeden, der eine Anwendung zur Verfügung stellen will, unter Druck.

Die Lösung: Do Less

Die Antwort auf diese Herausforderung lautet „Do Less“. Sie ist etwas provokant formuliert, dabei aber beinahe zwanzig Jahre alt. Es handelt sich hierbei um eines der Prinzipien der Agilität, bei dem eine vordergründige Schwäche („Faulheit“) zu einer Tugend („Effizienz“) wird.

Materna wird diesem Anspruch in Kundenprojekten gerecht, indem sie agiles Vorgehen mit GitOps Workflows ganzheitlich kombiniert. Kern dieses Ansatzes ist es, konsequent zu automatisieren. Das geht weit über das klassische CI/CD (Continuous Integration / Continuous Delivery) hinaus, indem zusätzlich zu der Anwendung die verschiedenen Ausführungsumgebungen je nach Bedarf automatisiert erstellt, gestartet und wieder entfernt werden. Auch die manuellen Schritte im Entwicklungsprozess, wie Peer Reviewing, Abnahme und Freigabe für die Produktion, werden durch Werkzeuge wie GitLab gesteuert. Insbesondere gleichförmig wiederkehrende Abläufe sind nicht die Stärke von Menschen und werden daher automatisiert. So bleibt weniger auf der Strecke, wird fehlerhaft ausgeführt, missverstanden und verschwendet. Dies ermöglicht, den Fokus darauf zu legen, Mehrwert zu generieren.

Agiles Vorgehensmodell

Als Grundlage dient ein agiles Vorgehensmodell, zumeist Scrum. Das alleine hilft bereits durch kurze Feedback-Zyklen und agile Prinzipien. Letztere unterstützen dabei, fokussiert an einem Produkt zu arbeiten und dabei die richtigen Prioritäten zu setzen. Sie bestechen mit einfach einzuprägenden Sätzen, die das Do-Less-Prinzip stützen:

  • You Aren’t Gonna Need It (YAGNI): Setze nur das um, was du später wirklich benötigst.
  • Big Design UpFront (BDUF): Beginne mit dem Big Picture. Versuche nicht, alles zu Beginn durchzudenken. Lass dir die Flexibilität, die du brauchst.
  • Keep It Simple, Stupid (KISS): Mach die Dinge nicht komplizierter als sie sind. Einfache Lösungen sind die besten.
  • Think big, start small: Habe Visionen, aber beginne mit einer überschaubaren Zielsetzung.

Agile Vorgehensmodelle wie Scrum und Kanban bleiben dabei auf einem sehr hohen Abstraktionsniveau. Das macht sie vielseitig einsetzbar und bietet zugleich Freiraum, problemspezifische Lösungsansätze in diese Frameworks einzubetten. Das nutzt der Agile GitOps-Ansatz, ohne die zentralen Werte der agilen Bewegung, wie z. B. „Qualität ist King“, zu vernachlässigen. Ganz im Gegenteil – die zentralen Werte werden unterstützt.

Die Abbildung beschreibt die Continuous-Lifecycle-Prozesse und ihre Schwerpunkte im Rahmen des Entwicklungsprozesses.

Die Abbildung beschreibt die Continuous-Lifecycle-Prozesse und ihre Schwerpunkte im Rahmen des Entwicklungsprozesses.

In einem zweiteiligen Blog-Beitrag betrachten wir die verschiedenen Facetten des „Agile GitOps“-Ansatzes. Dabei wird nichts neu erfunden oder „auf links gekrempelt“, sondern Best Practices werden aus allen Bereichen zu einem einfachen Gesamtpaket zusammengeschnürt. Keep it simple, stupid.

Im zweiten Teil gehen wir auf die einzelnen Bestandteile des GitOps-Ansatzes ein.

Schlagwörter: Innovation und Technologie

Autoreninfo

Dr. Johannes Neubauer ist Senior Projektmanager und Teamleiter mit Erfahrung sowohl in Research & Development als auch einer großen Bandbreite an Industrie- und Kundenprojekten. In seiner Karriere hat er erfolgreich die verschiedensten Rollen wie Consultant, Anforderungsmanager, Entwickler, Tester (im Bereich Testautomatisierung), Architekt, Forscher und Projektmanager in Projekten von Desktop-Applikationen über Enterprise (Web) Applikationen, Microservices und Cloud Native Anwendungen bis zu mobilen Apps eingenommen.

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