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Die Zukunft des IoT-Marktes

Es ist schwer vorherzusagen, wie die Corona-Pandemie den IoT-Markt (Internet of Things) im Jahr 2021 verändern wird. Es gibt jedoch Hinweise, dass die Pandemie sich zum größten Teil als Beschleuniger herausstellen wird. Wir wollen es dennoch wagen, Trends zu prognostizieren, die im Jahr 2021 anstehen werden. Darüber hinaus geben wir einen Überblick über interessante Meldungen aus der IoT Welt.

Zuerst durchleuchten wir einige prognostizierte IoT-Trends für das Jahr 2021.

Vernetztes Gesundheitswesen

In Zeiten, in denen ein Hausarztbesuch zur Gefahr wird und der Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert ist, treibt die Corona-Krise die Entwicklung der Telemedizin voran. Vernetzte Geräte, Konnektivität bei der Fernüberwachung von Patienten und KI-Analysen (Künstliche Intelligenz) werden die Schlüsselrollen in dieser Entwicklung übernehmen. IoT wird dazu beitragen, zum einen Patienten schneller und einfacher über die Ferne zu diagnostizieren und zum zweiten, die Kosten zu senken.

Intelligente Sensorik in den Gebäuden

Ein sich abzeichnender Trend, der sich im Jahr 2021 verstärken wird, ist der Einzug intelligenter Sensorik in öffentlichen und nicht-öffentlichen Gebäuden. Dazu gehören Schulen, Kindergärten, öffentliche Gebäude, Einzelhandelsläden und Unternehmen. Sensoren mit LoRa- und NB-IoT-Konnektivitäten (NB = Narrowband; LoRa = Long Range) werden dazu beitragen, Sicherheitsregeln und die Corona-AHA-Regeln besser und effizienter umzusetzen bzw. einzuhalten.

Die vorausschauende Wartung

Die Corona-Krise wird den Druck auf Unternehmen stark erhöhen, um die Umsetzung der vorausschauenden Instandhaltung (Predictive Maintenance) endlich zu beschleunigen. Effiziente Fernwartung aus dem heimischen Büro zu gestalten, kann nur umgesetzt werden, wenn Daten von Maschinen und Geräten in Echtzeit erzeugt und analysiert werden, um dann daraus Erkenntnisse und Aktionen ableiten zu können. Hier kann die IoT-Technologie einen wichtigen Beitrag leisten.

Edge Computing

Der Bedarf an Edge Computing, also die dezentrale Datenverarbeitung am Rand des Netzwerks, dürfte im Jahr 2021 stark zunehmen. Der Einsatz von Edge Computing zur Datenverarbeitung nahe an der Datenquelle reduziert die Datenmengen in Netzwerken, verbessert die Latenzzeiten und erhöht die Datensicherheit. Das sind nämlich die Hauptanforderungen der Echtzeit-Anwendungen. IoT-Anwendungen, die auf fertigen und erprobten Cloud-Diensten wie Data-Analytics oder KI basieren, lassen sich schnell auf Edge Computing übertragen, was die Time-To-Market reduziert.

Private Mobilfunk-Netze

Immer mehr Unternehmen bauen private Campusnetze an ihren Produktionsstandorten, die auf den Mobilfunkstandards LTE/5G basieren. Diese Entwicklung wird sich im Jahr 2021 weiter verstärken. Die Liste der Frequenzzuteilungsinhaber der Bundesnetzagentur führt bereits 59 Unternehmen, die die Frequenzen beantragt haben. Private Campusnetze garantieren Quality-of-Services und darüber hinaus verlassen die Daten die Fabrik nicht. Produktionsabläufe können somit besser optimiert werden, in dem zum Beispiel dank 5G autonomes Fahren der Fahrzeuge über das Gelände möglich gemacht wird.

Pandemie Verlierer

Verlierer der Corona-Krise müssen sich anpassen. Wir sehen, wie Restaurants zu Lieferdiensten werden, Event-Veranstalter zu Streaming-Plattformen und Bekleidungshersteller produzieren auf einmal Schutzausrüstungen. Der Bedarf an IoT-Anwendungen wird auch hier zunehmen. Die Nachfrage nach skalierbaren IoT-Ressourcen wird steigen.

Jetzt geben wir einen Überblick über interessante Meldungen aus der IoT Welt.

LTE Cat-M Netze werden in Betrieb genommen.

Nach der Telekom gab auch Vodafone Ende letzten Jahres bekannt, sein LTE Cat-M Netz in Betrieb genommen zu haben. Was steckt hinter diesem neuen Mobilfunknetz? Wir klären auf.

LTE Cat-M ist für LPWAN-Standard (Low Power Wide Area Network = LPWAN) konzipiert und gilt als zukunftssicherer Nachfolger von GSM und UMTS. Gegenüber anderen LPWAN-Funktechnologien wie NB-IoT und LoRa bietet LTE Cat-M höhere Datenrate bis 350 kBits/s, geringere Latenzzeiten sowie die Unterstützung von SMS, Sprachtelefonie und Zellwechsel. In den Bereichen, wie zum Beispiel für Smart Tracking, Wearables, Security, Smart City und Smart Meter, lassen sich mit LTE Cat-M völlig neue IoT-Anwendungen realisieren. Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass LTE Cat-M und NB-IoT vollständig in 5G-Spezifikation berücksichtigt sind. Lediglich ein Software-Update im Netz wird erforderlich sein.

In jedem Personenaufzug muss ein Zwei-Wege-Kommunikationssystem vorhanden sein.

Stellen Sie sich vor, Sie stecken im Aufzug fest, haben aber keine Möglichkeit, einen Hilferuf zu tätigen. Damit dieser Fall nicht eintritt, müssen per Gesetz seit Beginn dieses Jahres alle Aufzüge, auch ältere, über eine Sprach-Kommunikation mit einer Notrufzentrale in beide Richtungen verbunden und die Kommunikation jederzeit möglich sein. Mit den richtigen Edge-Geräten und mit der richtigen Konnektivität lassen sich auch ältere Aufzüge schnell umrüsten.

Michelin vernetzt bis 2023 alle PKW-Reifen.

In welchem Zustand befinden sich meine Autoreifen? Die Antwort sollen im Reifen einvulkanisierte RFID-Chips liefern. Durch die Implementierung der RFID-Technik in den Reifen werden sie mit einem IoT-Ökosystem verbunden, was Kunden neue Möglichkeiten bietet. Einiger dieser Möglichkeiten sind zum Beispiel das Reifenmanagement zur Betrachtung der Lebensdauer der Reifen, frühzeitige Signalisierung des Zustands der Autoreifen und die schnellere Identifikation der Reifen.

AWS mit eigenem LoRa Network Server

Der Cloud-Anbieter AWS hat Ende letzten Jahres die Verfügbarkeit der AWS IoT Core für LoRaWAN bekannt gegeben. Kunden sind nun in der Lage, eigene LoRaWAN-Netze schnell aufzubauen, LoRa-Sensoren und Gateways in der AWS Cloud anzulegen – sozusagen alles aus einer Hand. Das hat zur Folge, dass die Entwicklung der IoT-Anwendungen basierend auf LoRa-Konnektivität schnell fertig gestellt werden können. LoRa-Server von Dritten sind nicht mehr notwendig. Dies minimiert den Aufwand zum Betreiben eines eigenen LoRaWAN-Netzes, zusätzliche Kosten entfallen.

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben, schreiben Sie gerne an marketing@materna.de oder stöbern Sie auf unserer Webseite zum Thema IoT:

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Autoreninfo

Ali El Allali ist seit 2020 als Senior IoT Consultant bei Materna beschäftigt. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen im Internet of Things, insbesondere in den Bereichen IoT-Plattformen und Anwendungen, Konnektivität und Edge Geräte. Seine Motivation sieht er darin, dass sich Unternehmen bei der Entwicklung von IoT-Anwendungen richtig positionieren. Zuvor arbeitete er 19 Jahre als Applikationsingenieur bei einem Düsseldorfer Distributionsunternehmen. Ali El Allali hat Elektrotechnik an der FH Düsseldorf studiert.

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