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Blockchain Mythen Interview Guido Weiland

Die Mythen der Blockchain

Als Leiter des Materna Innovation Centers hat Guido Weiland vielversprechende neue Technologien wie Blockchain ja immer im Blick. Die Blog-Redaktion hat sich mit ihm über das Trendthema Blockchain unterhalten.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Blockchain?

Wenn man den aktuellen Gartner Hypecycle für Emerging Technologies mit dem des Vorjahres vergleicht, erkennt man, dass Blockchain den Peak der übertriebenen Erwartungen rasch überschritten hat. Derzeit ist sie auf dem Weg in das Tal der Desillusionierung. Bis sie zur breiten Anwendung kommt, werden nach Einschätzung von Gartner noch fünf bis zehn Jahre ins Land gehen.

Firmen, die als Early Adopter die Blockchain nutzen wollen, um sich einen Zeitvorteil bei der Einführung innovativer Geschäftsmodelle zu sichern, sollten also jetzt konkrete Schritte unternehmen, um sich mit der Technologie und ihren Möglichkeiten vertraut zu machen.

Ist es wirklich schon so weit? Gibt es nicht noch zu viele offene Fragen?

Guido Weiland

Guido Weiland

Leiter Innovation Center und Blockchain-Experte

Offene Fragen und ungelöste Probleme gibt es bei jeder neuen Technologie. Sie zu beantworten und an ihrer Lösung mitzuarbeiten, verschafft innovativen Unternehmen einen Vorsprung, der für andere später schwer aufzuholen ist. In meiner Wahrnehmung sind es vor allem drei Mythen und Halbwahrheiten, die Unternehmen heute noch davon abhalten, sich ernsthaft mit dem Thema Blockchain zu beschäftigen.

Was ist mit Mythos gemeint?

Zum Beispiel das Thema Transaktionsgeschwindigkeit. Tatsächlich sind bislang zehn Transaktionen pro Sekunde bei Public Blockchains wie Bitcoin oder Ethereum das Maximum. Verglichen mit Kreditkartensystemen wie Visa ist das eine verschwindend geringe Anzahl. Aber: aktuelle private Blockchain-Technologien wie Hyperledger kommen bereits auf tausend Transaktionen pro Sekunde. Und auch für Public Blockchains wie Ethereum sind bereits Technologien in der Entwicklung, die nach Einschätzung von Vitalik Buterin, dem Erfinder von Ethereum, bis zu eine Million Transaktionen pro Sekunde verarbeiten können. Ein anderer solcher Mythos ist das Thema Energie-Overhead. Auch hier liefern private Blockchains bereits energiesparende Alternativen, weil sie auf den Energie-intensiven Konsensmechanismus Proof of Work bei der Bestätigung von Transaktionen verzichten können. Und im Ethereum-Projekt wurde bereits im April dieses Jahres ein konkreter Verbesserungsvorschlag mit der Bezeichnung EIP 1011 eingebracht, der die Umstellung auf einen energiesparenden Konsensmechanismus ermöglicht.

Der dritte Mythos lautet: Bei Blockchain-Lösungen kann jeder alles sehen. Auch hier handelt es sich um eine Halbwahrheit: Bei Bitcoin können zwar alle Teilnehmer alle Transaktionen nachvollziehen, aber die Akteure bleiben hinter Pseudonymen verborgen. Natürlich ist das für die meisten Unternehmensanwendungen keine echte Option. Andererseits: Wenn die handelnden Personen ohnehin bekannt sein müssen, können die Betreiber eine Permissioned Blockchain nutzen und die Inhalte der einzelnen Transaktionen verschlüsseln. So ist gesichert, dass einerseits nur Transaktionen ausgeführt werden, die den Regeln der Blockchain entsprechen und andererseits die Inhalte der einzelnen Transaktionen nur den Beteiligten bekannt sind.

Vielen Dank für das Gespräch.

Mehr über Blockchain auf blockchain-plaza.de

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Autoreninfo

Christine Siepe verantwortet die Unternehmenskommunikation bei Materna. Die Dipl.-Betriebswirtin ist seit 25 Jahren im Unternehmen tätig und sorgt für eine eindeutige Positionierung von Materna am Markt über verschiedene Kommunikationskanäle wie Print, Social und Online.

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Die Blockchain zwischen Mythos und Mehrwert
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