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Schritt für Schritt zum Ziel mit agilem Projektmanagement

Da ist Bewegung drin! – Schritt für Schritt zum Ziel mit agilem Projektmanagement

Müssen Sie in einem Projekt viele unbekannte Faktoren managen, kann ein agiles Projektmanagement Zeit und Kosten im Rahmen halten. Dazu muss agiles Arbeiten in der Organisation passende Rahmenbedingungen vorfinden. Das Mindset muss stimmen.

Agiles Projektmanagement basiert auf dem bereits 2001 veröffentlichten Agilen Manifest. Dieses ist die Basis für vier agile Werte, zwölf agile Prinzipien, agile Techniken und Methoden, die sich beispielsweise in Scrum oder Extreme Programming wiederspiegeln. Agiles Projektmanagement gilt als Antwort auf die Nachteile klassischer Methoden, da beispielsweise Kunden nicht immer in der Lage sind, im Vorhinein ihre Anforderungen präzise und nachvollziehbar zu formulieren und sich Änderungen im Projektverlauf ergeben. Zudem sorgen lange Projektlaufzeiten häufig für Ergebnisse, die sich im Zeitverlauf bereits überholt haben. Veränderte Rahmenbedingungen unserer schnelllebigen Zeit und in einem volatilen Umfeld vieler Unternehmen müssen berücksichtigt werden.

Agiles Projektmanagement basiert auf einer iterativ-inkrementellen Vorgehensweise (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1 zeigt den Ablauf in einem agilen Projekt beispielsweise mit Scrum.

Abbildung 1 zeigt den Ablauf in einem agilen Projekt beispielsweise mit Scrum.

Nach jeder Iteration wird ein potentiell lieferfähiges Produktinkrement fertiggestellt. Wichtig ist es, sich schrittweise in sich wiederholenden Handlungen der gewünschten Lösung unter Berücksichtigung von Feedback anzunähern. So wird nach und nach Unklarheit abgebaut, Akzeptanz erreicht und die gewünschte Wirkung hin zum Ziel erzeugt.

Dabei werden Arbeitsschritte nicht von Anfang bis Ende alle durchgeplant. Die Teams nutzen eine Produkt- bzw. Ergebnisvision und ein priorisiertes Backlog mit allen bekannten Komponenten, das die Produktvision beschreibt und im Zuge der iterativen Vorgehensweise unter Einbezug der wichtigsten Stakeholder (Kunden, Anwender etc.) angepasst werden kann. Das wiederholte Einbinden wichtiger Stakeholder und die Berücksichtigung ihrer Feedbacks unter Zuhilfenahme kurzer Planungs- und Umsetzungsphasen sowie ein kontinuierliches Neupriorisieren der zu erledigenden Aufgaben, helfen, Abweichungen zu erkennen und mögliche Fehlentwicklungen frühzeitig und kostengünstiger zu korrigieren.

Doch agiles Projektmanagement ist mehr als eine agile Methode, die in den Sprints zum Tragen kommt, oder der Einsatz agiler Techniken wie Daily Stand-Ups, Kanban-Boards, Scrum oder WIP-Limits. Die agilen Werte und Prinzipien machen agiles Projektmanagement aus und sind ein Grund für die Vorteile, die durch diesen Ansatz möglich werden.

Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn agiles Arbeiten in der Organisation dazu passende Rahmenbedingungen vorfindet. Dazu zählen auch die Strategie der Organisation, Management und Leadership. Letztendlich steckt hinter erfolgreicher agiler Arbeit cross-funktionaler Teams, die selbstverantwortlich arbeiten und sich in einem spezifischen Rollenverständnis ohne „Projektleiter“ organisieren, auch ein „agiles Mindset“ mit einer entsprechenden Organisationskultur mit einem Wechsel des Denkens und Handelns (siehe Abbildung 2). Vertrauen, Flexibilität und Offenheit gehören in jedem Fall dazu. Dieses „Mindset“ als innere Einstellung oder Haltung ist insbesondere von Führungspersonen notwendig, um die grundlegenden Prinzipien des Ansatzes zu verstehen und in die Organisation zu tragen.

Agil bedeutet nicht ungeplant und auch nicht chaotisch. Leider entsteht dieser Eindruck sehr häufig, auch weil der Begriff „agil“ schon fast inflationär Eingang in den täglichen Sprachgebrauch gefunden hat.

Abbildung 2 zeigt die wichtigen Aspekte für die erfolgreiche Anwendung agiler Methoden wie beispielsweise Scrum.

Abbildung 2 zeigt die wichtigen Aspekte für die erfolgreiche Anwendung agiler Methoden wie beispielsweise Scrum.

Im nächsten Blog-Beitrag stelle ich Ihnen hybrides Projektmanagement vor.

Literaturangaben
Boehm/Turner (2008): Balancing agility and discipline. A guide for the perplexed, Adison-Wesley
Ebert (2014): Systematisches Requirements Engineering, dpunkt.Verlag
Schelle (2014): http://gpm-blog.de/projektklassifikationen-und-handlungsempfehlungen-fur-das-projektmanagement/, aufgerufen: 22.08.2019
Timinger (2017): Modernes Projektmanagement – Mit traditionellem, agilem und hybridem Vorgehen zum Erfolg, Wiley
Timinger/Seel (2016): Ein Ordnungsrahmen für adaptives hybrides Projektmanagement, Projektmanagement aktuell

 

Alle Beiträge dieser Blog-Serie:

Teil 1: Projektmanagement-Methoden: klassisch, agil und hybrid
Teil 2: Gut planbar, wenig Überraschungen – so hilft klassisches Projektmanagement
Teil 3: Da ist Bewegung drin! – Schritt für Schritt zum Ziel mit agilem Projektmanagement
Teil 4: Die Mischung macht’s! – Hybrides Projektmanagement ist oft der Schlüssel
Teil 5: So finden Sie die richtige Projektmanagement-Methode für Ihr Projekt

Schlagwörter: IT-Management, Service-Management

Autoreninfo

Nadin Ebel arbeitet als IT-Projektleiterin, Beraterin für IT Service Management und akkreditierte ITIL-Trainerin bei der Materna Information & Communications SE im Bereich IT Factory. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen, u.a. zu den Themen ITIL, ISO-20000-Zertifizierung, Rollout-Management, IT-Infrastruktur, Managed Services und Security. Dazu zählen Betrieb, Beratung und Projektleitung im In- und Ausland. In den letzten Jahren hat sie in der freien Wirtschaft in verschiedenen Branchen und in der öffentlichen Verwaltung sowohl IT-Infrastruktur-Projekte als auch Projekte zur Implementierung und Professionalisierung der IT-Prozesse erfolgreich geleitet und unterstützt. Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Lehrbeauftragte und Dozentin hat Nadin Ebel sich einen Namen als Fachbuchautorin gemacht (dpunkt.Verlag, Symposion, Addison-Wesley).

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