Frank PientkaInnovation und Technologie

Darf es etwas weniger sein? Wie man in der Cloud Kosten sparen kann

Wie bei einem neuen Auto ist man am Anfang begeistert von den tollen Möglichkeiten der Cloud. Ähnlich ist es bei Cloud-Diensten – jedoch nur solange, bis die erste Rechnung ins Haus kommt oder die Freikontingente verbraucht sind. Dabei gibt es unabhängig vom jeweiligen Cloud-Anbieter ein paar einfache und allgemeingültige Regeln. Wenn Unternehmen diese beachten und sie von Zeit zu Zeit an die jeweilige Verbrauchssituation anpassen, lässt sich einiges an Geld sparen, dass sich wiederum für mehr Innovationen mit neuen Cloud-Diensten verwenden lässt.

Je besser Unternehmen ihren aktuellen und zukünftigen Verbrauch kennen, umso besser können sie die passenden Ressourcen auswählen. Neben den Kosten sind jedoch auch SLAs und die Qualitätsmetriken wichtige Randbedingungen für viele Cloud-Dienste. Hier gilt es, Effizienz und Effektivität unter einen Hut zu bringen. Rabatte gibt es oft, wenn man sich frühzeitig festlegt (Reserved Instances). Das ist jedoch gerade bei den stark fallenden Cloud-Preisen oft eine Wette gegen die Bank, die gut überlegt sein sollte.

Von Anfang an sollte man nur das wirklich Benötigte mit einem ausreichenden Puffer konfigurieren. Erst dann, wenn man permanent eine Auslastung von über 90 Prozent erreicht, lohnt sich der Wechsel auf die nächstgrößere Rechnerklasse (Right sizing). Wenn möglich, sollten Unternehmen ihre nicht mehr benötige Ressourcen löschen oder sogar ausschalten (Scale down). Das spart nicht nur Energie, sondern auch Geld. Besonders interessant sind FaaS-Dienste (Functions as a Service), da diese rein nach dem realen Verbrauch und nicht für die Bereitstellung berechnet werden. Doch serverlos heißt nicht kopflos. Auch hier ist genau abzuwägen, was wirklich benötigt wird oder ob man mit PaaS- oder CaaS-Angeboten besser fährt.

Gerade bei komplexeren Anwendungsfällen und Cloud-Architekturen kommen oft mehrere alternative Cloud-Dienste in Frage. Hier gilt der dreifache Grundsatz: Messen, Messen, Messen – nur wer misst, überwacht und verbessert, kann objektiv vergleichen. Wichtig ist, informiert zu bleiben und gezielt das passende Angebot des Cloud-Anbieters auszuwählen. Deswegen sollten IT-Verantwortliche regelmäßig die Ankündigungen der Cloud-Anbieter lesen. Womöglich gibt es andere Abrechnungsklassen oder alternativ einsetzbare Dienste, die dabei helfen, effizienter zu werden.

Für das eigene Kostenmanagement, und um keine bösen Überraschungen zu erleben, hilft es, bei einer prozentualen monatlichen Überschreitung des geplanten Budgets einen Alarm oder sogar in einer weiteren Stufe eine Bremse ab einem Grenzwert einzurichten. Generell ist es auch in der Cloud eine gute Idee, den Netzwerkverkehr durch geeignete Maßnahmen oder die Nutzung spezieller Dienste (Edge, Cache, CDN, Komprimierung) zu minimieren.

Cloud muss keine Einbahnstraße sein, bei der man immer nur bei einem Anbieter landet. Oft hilft eine Multi-Cloud-Strategie, den optimalen Dienste- und Kostenmix zu erreichen. Denn anders als an der Wursttheke gilt für die Cloud nicht „Darf es etwas mehr sein?“, sondern den aktuellen und zukünftigen Bedarf mit den geeigneten Diensten zu decken.

Materna bietet eine Lösung an, um die schnelle und einfache Kostenzuordnung und Abrechnung von Cloud-Diensten zu ermitteln. Mehr dazu hier: Cloud Cost Allocation

 

Alle Beiträge dieser Blog-Serie zum Thema Cloud:

Teil 1 Darf es etwas weniger sein – wie man in der Cloud Kosten sparen kann
Teil 2 Wege in die Cloud: Die 6 R’s der Cloud-Migration
Teil 3 Designermuster für Cloud-Systeme – Design Patterns
Teil 4 AWS Cloud Adaption Framework

 

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