Frank PientkaInnovation und Technologie

Write once run everywhere – Java ist nicht nur eine Insel (Teil 1)

Vor fast 20 Jahren betrat mit Java eine neue Programmiersprache die Bühne. Dies war an sich nichts Besonderes, da es immer wieder neue Programmiersprachen gibt, die kommen und gehen. Java ist jedoch, wie nur wenige Programmiersprachen, gekommen um zu bleiben. Das liegt daran, dass Java nicht nur eine Programmiersprache ist, sondern eine Plattform mit einer breiten Community.

War Java am Anfang stark von seiner Geburtsfirma Sun abhängig, beteiligt sich inzwischen alles was Rang und Namen hat in der IT-Welt an seiner Weiterentwicklung in einem offenen Community-Prozess. Sein Source Code war zwar von Anfang an öffentlich vorhanden. Doch erst seit der OpenJDK-Initiative wird dieser unter einer Open Source-Lizenz und vielen unabhängigen Entwicklern und Firmen aktiv weiterentwickelt. Von Anfang an plattformunabhängig für das Netz konzeptioniert, setzte sich Java zunächst vor allem auf dem Server für Enterprise-Anwendungen durch. Hier konnte es am besten seine Eigenschaften der Plattformunabhängigkeit und Integrierbarkeit ausspielen. Eines der Haupterfolgsfaktoren von Java ist seine Abwärtskompatibilität. Das machte es einfach, bestehende Anwendungen ohne Änderungen weiter zu betreiben und um externe Bibliotheken zur ergänzen.

Doch auch Java und hier vor allem seine Enterprise-Variante schleppen mit CORBA, EJB, XML und Web-Services viele Altlasten herum. Über die Jahre ist Java größer, aber auch unüberschaubarer geworden, so dass eine behutsame Entschlackungskur und Modernisierung nötigt ist. Der Sprachkern und die virtuelle Ablaufumgebung wurden inzwischen um moderne Programmierkonzepte und weitere Programmiersprachen erweitert. Eine Modularisierung, die gerade für die für das Internet-der-Dinge immer wichtiger werdenden Embedded Anwendungen nötig ist, wird endlich mit der nächsten Java-Version erscheinen. Java ist zwar in die Jahre gekommen, konnte sich jedoch bisher immer an die aktuellen Anforderungen anpassen und schrittweise weiterentwickeln. Auch wenn die sichtbaren Änderungen immer kleiner werden, so muss man sich über die Zukunft von Java keine Sorgen machen, dass es sich irgendwann einmal auf einer einsamen IT-Insel wiederfindet.

Mehr Infos sind auch in unserem Blog Beitrag „The network is the computer“ nachzulesen.

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