Christine SiepeMenschen und Unternehmen

Wirtschaftsmacht Familienunternehmen

Familienunternehmen bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Auch Materna ist eines dieser Unternehmen. Was macht sie so erfolgreich?

Sie heißen Aldi, Bosch, Fresenius, Oetker oder Viessmann – und tragen maßgeblich zur deutschen Wirtschaft bei: die klassischen Familienunternehmen. Mehr als 95 Prozent der rund 3,7 Millionen Betriebe in Deutschland sind Familienunternehmen. Sie erwirtschaften gut 40 Prozent aller Unternehmensumsätze und stellen mehr als die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Knapp 80 Prozent dieser Unternehmen tragen auch einen Familiennamen in der Firmenbezeichnung.

Ein Unternehmen gilt als Familienbetrieb, wenn es maßgeblich von einer Familie oder einem in der Anzahl beschränkten Eigentümerkreis mit verwandtschaftlichen Beziehungen beeinflusst wird. Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung unterscheidet zwischen „familienbeherrschten“ und „familiengeführten“ Unternehmen: In familienbeherrschten Unternehmen halten maximal drei Familien mindestens 50 Prozent der Anteile, wobei keiner der Anteilseigner in der Geschäftsführung tätig sein muss. Dagegen halten in familiengeführten Unternehmen maximal zwei Familien mindestens 50 Prozent der Unternehmensanteile. Und mindestens einer der Gesellschafter ist in der Geschäftsführung tätig.

Zu den erfolgreichen familien- oder inhabergeführten Unternehmen in der IT-Branche zählen unter anderem die Komsa Gruppe, die Wortmann AG, die msg systems ag und auch Materna.

Warum sind sie so erfolgreich?

Der Erfolg von Familienunternehmen basiert auf verschiedenen Faktoren. Dazu zählen beispielsweise Geschäftsstrategien, die langfristig verfolgt werden können, ohne dass externe Investoren und Aktienbesitzer zwischenzeitlich eine Änderung durchsetzen. Weitere wichtige Punkte sind die meist kurzen Entscheidungswege sowie die Persönlichkeit des Unternehmers. Hinzu kommt ein größeres Risikobewusstsein, da die Familien oft einen Großteil ihres Vermögens in das Unternehmen stecken. Andererseits gibt eine Familie als Ankerinvestor dem Unternehmen in der Regel auch Ruhe und Stabilität. Auch herrscht in Familienunternehmen unter den Mitarbeitern häufig ein starkes „Wir-Gefühl“, das von Loyalität geprägt ist.

Kunden profitieren davon, dass sie bei den Familienunternehmen stärker im Mittelpunkt stehen als bei klassischen Publikumsgesellschaften. Denn diese müssen gleichzeitig auch die Interessen der Aktionäre im Blick behalten. In vielen Fällen konzentrieren sich Familienunternehmen voll und ganz auf ihre Kernkompetenz und auf die Wünsche ihrer Kunden – zum Vorteil für alle Beteiligten, so auch bei Materna.

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