Michael KuschkeInnovation und Technologie

Wie sieht eigentlich die idealtypische IT aus?

Im Oktober 2015 hat die Standardisierungsorganisation Open Group die Referenzarchitektur IT4IT in Version 2.0 veröffentlicht. Der neue IT-Management-Standard beschreibt als Referenzarchitektur, wie sich eine IT idealtypisch aufstellen sollte. Und wie sollte sie?

IT4IT legt Unternehmen nahe, die Erbringung von IT-Leistungen so zu betrachten, als wären sie ein eigenständiges Unternehmen – IT wird als eigener Fertigungs- und Betriebsprozess wahrgenommen. Damit rückt IT an betriebswirtschaftliche Produktionstheorien heran, wie beispielsweise die Wertekette des Ökonomen Michael Porter, die IT4IT zur Beschreibung nutzt.

In einem solchen Kontext muss IT hochprofessionell betrieben werden. Eine flexible, dem Unternehmen und Geschäftsmodell angepasste Strategie muss die Erbringung von Leistungen über den gesamten Lebenszyklus leiten. Gewachsene Strukturen aus „historischen“ Tools und Prozessen müssen im Hinblick auf ihren Wertbeitrag zum Ganzen rationalisiert und optimiert werden. Alles Gesagte könnte man nun als klar und Gemeinplätze abtun und zu Recht fragen: und wie soll dieses hehre Ziel erreicht werden?

Die Open Group lässt IT-Verantwortliche mit diesem Dilemma nicht alleine. Die Referenzarchitektur von IT4IT machte klare Vorgaben zur Vorgehensweise und wie die Wertschöpfungskette denn nun genau aussehen muss, damit ein echter automatisierter Fertigungs- und Betriebsprozess entsteht.

In IT4IT ist die Wertschöpfungskette für IT definiert; sie zerfällt in vier sogenannte Value Streams. Darin sind alle Aktivitäten zusammengefasst, die von der Planung über Herstellung und Auslieferung bis zum Betrieb von IT reichen.

Vereinfacht stellt sich die Wertschöpfungskette so dar: Das IT-Portfolio muss so ausgerichtet werden, dass es die Innovationen des Business trägt, wobei der Rahmen aus Sicherheit, Strategie bzw. Architektur und Compliance berücksichtigt wird. Der Herstellungsprozess (in der IT wird dies Entwicklung genannt) muss definiert sein und auf wiederkehrenden Blaupausen basierend ausgerichtet sein. Leistungen müssen passgenau und zur richtigen Zeit geliefert werden und dabei wiederholbar und konsistent sein. Sollte einmal etwas schief gehen, muss die IT in der Lage sein, dies vorherzusehen, korrektiv einzugreifen und den Betrieb auf eine sichere Basis stellen. Und auch die Verrechnung der Leistungen muss sichergestellt und transparent sein.

Das macht IT4IT anders

Neu in IT4IT ist, dass es, anders als beispielsweise ITIL, vorschreibend und verbindlich ist. Die Referenzarchitektur von IT4IT beschreibt explizit, welche funktionalen Komponenten und welche Datenobjekte und ihre Beziehungen untereinander benötigt werden und wie ein durchgängiges Service-Modell überhaupt ausgestaltet sein sollte. Vorteilhaft ist, dass sich bei der Umsetzung sowohl interne IT-Funktionen, Produkthersteller, Berater und auch externe IT-Service-Provider kombinieren lassen.

Der Druck auf IT-Abteilungen, sich stringent am Business auszurichten, ist für viele IT-Organisationen bereits seit Jahren Realität. Dies erfordert den Aufbau entsprechender Strukturen und einer durchgängigen IT-Architektur. IT4IT ist es wert, sich näher damit zu befassen. Die Referenzarchitektur kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten.

Noch viel mehr Details zu IT4IT lesen Sie in unserem Fachbeitrag im Monito 3/2016.

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