Frank PientkaInnovation und Technologie

Wie grün ist das Internet?

Täglich nutzen wir das Internet. Weltweit sind es inzwischen mehr als zwei Milliarden Menschen. Dafür müssen Netz und Server rund um die Welt und Uhr zur Verfügung stehen.

Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch. Allein Google verbraucht jährlich 2,26 Milliarden Kilowatt, was dem Verbrauch einer US-Großstadt mit 300.000 Bewohnern entspricht.

Wir sind es gewohnt, Internet-Dienste kostenlos und in immer wachsender Qualität zu nutzen. Dass dafür nicht nur gewaltige Rechen- und Leitungskapazitäten, sondern auch viel Energie benötigt wird, ist vielen nicht bewusst. Hierzu kann ich das YouTube-Video “How Much Energy Does The Internet Use?“ empfehlen.

Die zunehmende Nutzung der Cloud und mobiler Geräte wird den Verbrauch noch beschleunigen. Deshalb prognostizieren Experten für das Jahr 2030, dass allein das Internet genauso viel Energie verbraucht, wie heute auf der ganzen Welt zusammen verbraucht wird!

Dieser enorme Energieverbrauch des Internets ist nicht nur ein politisches, sondern auch ein gesellschaftliches Thema. Deswegen bezeichnen einige Medien das Internet als Klimakiller, ohne sich mit Ursachen, Maßnahmen und der wachsenden Brisanz auseinander zusetzen.

Kein Wunder, dass Internet-Konzerne wie Google neue Rechenzentren möglichst in Ländern wie Finnland oder Island verlegen, in denen einerseits viel erneuerbare Energie vorhanden ist und andererseits ausreichend kalte Luft und Wasser für eine effiziente Kühlung. Alternativ investieren sie viel Geld in die eigene Erzeugung mit regenerativen Energien.

Trotz der Fortschritte der „Green IT“-Initiativen bei ressourcenschonenden Rechenzentren wird auch in Zukunft viel Energie, Geld und Know-how benötigt, um mit dem stetig wachsenden weltweiten Bedarf des Internets mithalten zu können.

Da die globale Wirtschaft und die Gesellschaft immer mehr vom Internet abhängig sind, müsste noch viel mehr Wert auf eine sichere und flexiblere Energieversorgung gelegt werden.

Insofern sind auch Initiativen wie Green Internet von Greenpeace zu begrüßen. Hier wird über die Fortschritte der großen Internet-Konzerne hin zu einer besseren Energieeffizienz kritisch berichtet. Für viele DAX-Konzerne spielt das Thema Nachhaltigkeit spätestens ab 2017 eine noch größere Rolle. Denn spätestens dann sind sie per EU-Richtlinie verpflichtet, in einem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht über ihr Handeln Rechenschaft abzulegen. Da gerade für die nächste Generation das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt, ist dieses für viele Menschen ein wichtiges Kriterium bei der Wahl ihres Arbeitgebers.

Dies sind gute Gründe, um in der IT-Branche über eine effiziente und nachhaltige Ressourcennutzung gemeinsam nachdenken. Nur so bleibt die Cloud grün und das Wasser und der Himmel bleiben blau für eine rosa Zukunft für alle.

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