Frank PientkaDie digitale Welt

Welche mobile Strategie hat Ihr Shop? M-Commerce = E-Commerce

Die Verbreitung und Nutzung mobiler Geräte nimmt immer mehr zu. Das hat Auswirkungen auf E-Commerce-Anwendungen. Je nach Nutzergruppe und angebotenen Produkten gibt es mehrere Möglichkeiten, den mobilen Kanal zu bedienen. Doch nur eine integrierte Multi-Channel-Strategie macht mittelfristig Sinn. 

Halbherzige Versuche, Teilfunktionen des Shops für mobile Nutzer als App oder mit eigener Web-Seite anzubieten, sind nicht nur teuer, sondern bieten selten ein einheitliches und gutes Benutzungserlebnis. Deswegen scheint eine Oberfläche mit responsivem und reaktivem Design eine gute Lösung zu sein. Doch hier unterscheiden sich viele Ansätze je nach Anwendungsszenario und verwendeter Architektur.

Fertig gehostete Shop-Systeme, wie sie in kleinen und mittleren Firmen eingesetzt werden, bieten zwar eine Vielzahl an grafischen Anpassungsmöglichkeiten für ein eigenes Look &Feel. Ein moderneres Aussehen bedeutet jedoch nicht, dass der Shop auch mit allen mobilen Geräten bedienbar ist. Deswegen sollten sich Shop-Betreiber zunächst überlegen, wer ihre Benutzer sind und welche minimalen Funktionen von diesen am meisten gebraucht werden.

In zweiter Stufe sollten Unternehmen die Web-Zugriffsprotokolle überprüfen, um eine Auswahl von den am meisten genutzten mobilen Browsern und Geräteklassen zu erhalten. Hier unterscheiden sich oft B2C- und B2B-Anwendungen. Das hängt nicht nur mit den dort angebotenen Produkten zusammen. Werden im B2C-Bereich oft wenige Produkte von Vielen gesucht und gekauft, bieten B2B-Anwendungen oft eine Vielzahl sehr spezialisierter Produkte an, die regelmäßig verkauft werden. Das hat Auswirkungen auf die Benutzbarkeit. So nimmt im B2C-Bereich die mobile Nutzung gerade zur Produkt- und Preisvergleichssuche zu. Im B2B-Breich ist das nicht gleichermaßen der Fall.

Deswegen sollte man mit Zauberansätzen, wie Responsive Design allein, vorsichtig sein. Hier können Unternehmen schnell am eigentlichen Ziel, dem Kunden, vorbeischießen. Schließlich muss der Köder (im Shop angebotene Produkte und Services) nicht nur gut aussehen, sondern vor allem dem Fisch (sprich Kunden) und nicht dem Angler (Anbieter) schmecken.

Insofern ist es professionell, mit mehreren Haken an verschiedenen Orten zu fischen. Deswegen bleibt M-Commerce auch mit mobilen Kanälen und Responsive Design schlicht und einfach modernes E-Commerce. Daher macht eine Unterscheidung zwischen M-Commerce und E-Commerce heute keinen Sinn und sollte immer ganzheitlich betrachtet werden.

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