Frank PientkaInnovation und Technologie

Was kommt nach der PC-Ära?

Der PC und Windows haben uns über 30 Jahre begleitet. Den Sprung in den Zeitraum Internet und mobile haben beide noch geschafft. Inzwischen sind die Office- und Betriebssystemkriege zu Ende und man hat sich auf wenige offene Standards geeinigt. Spätestens mit dem Erscheinen von Smartphones und Cloud-Diensten geht diese Wintel-Ära zu Ende.

Das spüren vor allem Firmen die ihr gesamtes Geschäftsmodell auf dieses Client-/Server-Paradigma ausgerichtet haben. Vor allem Microsoft und HP fällt es schwer, sich auf die neuen Herausforderungen einzustellen und dafür konkurrenzfähige Produkte anzubieten. Doch auch Hardware-Anbieter und Dienstleister leiden unter den schrumpfenden Markt.

Einige Kunden und Nutzer migrieren zwar noch einmal auf die neue Windows- und Office-Version. Doch ob sie dann den von Microsoft vorgesehenen Weg in die Wolke zu Office 365 und Windows Azure folgen, ist mehr als fraglich.

Die Umsätze von Server- und reinen Infrastrukturanbietern sind einem starken Wettbewerb ausgesetzt, so dass nur wenige Anbieter eine Zeitlang überleben werden. Doch auch die Ära der Mobiltelefone ist, nach nur weniger als 20 Jahren, spätestens mit dem Aufkommen von Smartphones und Tablets schneller zu Ende gegangen, als erwartet. Das liegt auch an den veränderten Gewohnheiten der Nutzer, denn die Grenzen und Zeiten („always-online“) von privater und geschäftlicher Nutzung schwinden.

So geht der Trend dahin, möglichst alles mit einem Gerät zu erledigen und dabei die in der Cloud angebotenen Dienste zu nutzen, ohne dafür extra zu bezahlen. Damit fällt das Lizenz- und Wartungsgeschäft weg und der reine Dienst steht im Vordergrund. Das hat Auswirkungen auf die Art und Nutzung der Anwendungen. Qualitätsmerkmale, wie Benutzbarkeit, Anpassbarkeit und Skalierbarkeit spielen hier eine große Rolle.

Doch was kommt nach der PC- und Handy-Ära? Auch wenn Smartphones und Tablet selbst immer mehr zu „Phablets“ verschmelzen und größere Bildschirme erhalten, wird es eher ein mehr an Geräteklassen geben, als die eine Geräteart, die alle Bedürfnisse abdeckt.

Gerade durch das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und die dadurch immer stärker wachsende Maschine-zu-Maschine (M2M)-Kommunikation, steht anders als in der PC-Ära nicht der Nutzer, sondern das intelligente und autonom kommunizierende Gerät im Vordergrund.

Schon längst erzählen die Bewegungs- und Benutzungsdaten von mobilen Geräten mehr über den Benutzer, als dieser an Spuren im Internet hinterlassen hat. Deswegen wird die Nutzung dieser Daten für die Optimierung des Angebots-, Bedarfsplanungs- und Kundenbeziehungsprozess in Zukunft im Vordergrund stehen.

Die Dominanz nur eines Geräte- oder Betriebssystemherstellers wird deswegen der Vergangenheit angehören, da Software und Hardware nur noch Mittel zum Zweck sind, um Dienste zu nutzen. Lange lebe das Internet!

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