Christine SiepeDie digitale Welt

Warum ein Digital Enterprise?

Der digitale Wandel hat uns heute alle fest im Griff. Dabei hat doch alles ganz harmlos mit dem Internet angefangen – und mit den tollen neuen Sachen, die man plötzlich machen, tauschen, kaufen und verkaufen konnte. Längst ist das Netz fester Bestandteil unserer Welt geworden und so fragen unsere Kinder heute: „Du sag mal, wie sind denn die Leute früher ohne Computer ins Internet gegangen?“.

Aus dem Spiel ist jedoch Ernst geworden: Schon heute sagen 55 Prozent der Unternehmen in Deutschland, dass sich durch die Digitalisierung künftig ihr Geschäftsmodell verändert. Das heißt, in mehr als jedem zweiten Unternehmen wird schon sehr bald auf andere Art und Weise als bisher Geld verdient. Und weiter: 19 Prozent der Manager sorgen sich, dass die Veränderungen durch die Digitalisierung den Bestand des Unternehmens gefährden, so der ITK-Branchenverband BITKOM.

Wir sind die Roboter

Besonders die Wissensarbeiter an ihren PC-Arbeitsplätzen wurden bislang reichlich mit Innovationen überhäuft, wie beispielsweise durch neue Kommunikationsplattformen und Business-Anwendungen. Mit Einzug von Industrie 4.0 in die produzierende Industrie erhält jetzt auch der einfache Arbeiter in der Fabrik digitalen Rückenwind. Die Produktion wird weiter automatisiert, Maschinen kommunizieren untereinander selbstständig und der Mensch wird sich selbst am Fließband mehr und mehr mit modernen IT-Systemen beschäftigen müssen. Das wird insbesondere Geringqualifizierte vor neue Herausforderungen stellen, die sich mit digitalen Technologien weniger auskennen.

Die gute Nachricht ist, dass offenbar 83 Prozent der Beschäftigten ihren Job durch den verstärkten Einsatz von Computern, Software oder Robotern nicht bedroht sehen. Unter den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren ist der Anteil mit 86 Prozent sogar noch etwas höher, heißt es weiter beim BITKOM.

Veränderungen sind die Norm

Um den ständigen Veränderungen effizient begegnen zu können, muss sich die Arbeitskultur in der eigenen Organisation ändern. Unser Arbeitsalltag läuft immer weniger chronologisch, immer weniger strukturiert ab. Lineares Abarbeiten von Aufgaben funktioniert schon lange nicht mehr und wer noch starre Strukturen in seiner Organisation hat, schränkt die Aktivitäten zusätzlich ein. Kreative Mitarbeiter brauchen die Freiheit, sich Ort, Zeit und Arbeitsmittel frei wählen zu können. Das gilt insbesondere für die Kommunikation: Es gilt häufig noch die Ansicht, dass die E-Mail als das zentrale Mittel für Informationsverteilung und Wissensmanagement gilt. In modernen Unternehmen findet der Austausch jedoch auf ganz unterschiedlichen Chat-Kanälen, Foren und Social Intranet-Plattformen statt. Die Wissenserfassung muss arbeitsbegleitend erfolgen, ohne dass hierbei administrativer Aufwand entsteht. Viel wichtiger als nur neue Software zu installieren ist es jedoch, die Informationskultur sowie das Selbstverständnis im Umgang mit Kommunikationsplattformen und der E-Mail bei jedem Mitarbeiter zu verändern.

Das Ziel sollte sein, ein digitales Unternehmen mit effizienten und flexiblen Prozessen zu schaffen. Mit Arbeitsplätzen, die die veränderten Anforderungen global agierender Organisationen unterstützen. Dafür ist kein Radikalumbau des eigenen Unternehmens notwendig. Vielmehr finden sich in jeder Abteilung Ansatzpunkte für erste Projekte, die ein Gewinn an Effizienz durch digitale Abläufe versprechen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag über das Social Intranet.

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