Frank PientkaInnovation und Technologie

Unter Indianern – Community over Code feiert Geburtstag

Vor 15 Jahren wurde die Apache Software Foundation (ASF) am 25. März 1999 gegründet. Ursprünglich gegründet damit IBM den Apache HTTP Server für seine Produkte anpassen und nutzen konnte, sind inzwischen viele weitere bekannte Produkte dort entstanden. Da es sich bei den Produkten, wie Apache Tomcat, Struts, Cordova oder Hadoop, um führende Enterprise-Produkte handelt, ist inzwischen ein funktionierendes Ökosystem darum herum entstanden. Private und von Firmen bezahlte Entwickler ergänzen sich gut. Eine gute Basis hierfür bieten die minimalen Regeln und Prinzipien für eine flache Hierarchie der Apache Community mit ihrer Infrastruktur.

Gerade für die Integration der Apache-Komponenten in die eigene Software ist die sehr liberale Apache-Lizenz eine gute Voraussetzung. Dazu kommt die relative lange Pflege von Apache-Produkten, was die Einsatzdauer erhöht und die eigenen Entwicklungskosten reduziert. Deswegen ist die Apache Software Foundation mit ihren Produkten aus der heutigen modernen Software-Entwicklung nicht mehr wegzudenken. Die Prinzipien des Apache-Weges der verteilten Open-Source-Entwicklung, wie beispielsweise Meritokratie, Konsensentscheidungen, kollektiver Code-Besitz, kontinuierliche Integration mit automatisierten Tests und Pair-Commits, haben die Art der Software-Entwicklung nachhaltig verändert.

Trotzdem gibt es auch bedrohliche Signale, die es immer schwieriger machen, neue Entwickler für Open-Source-Projekte zu begeistern, so dass der Wachstumserfolg bei der Anzahl der Projekte das größte Problem für Apache darstellt.

Hinzu kommt, dass inzwischen mit GitHub und der Eclipse Foundation zwei weitere Open-Source-Anbieter um die Gunst der Entwickler und Nutzer buhlen. Trotzdem ist die Apache Software Foundation eine der wenigen verlässlichen Größen in dem sich dynamisch wandelnden IT- und Open-Source-Markt. Damit die Gründer, die noch immer an Bord sind, auch einmal in den wohl verdienten Ruhestand gehen können, ist zu wünschen, dass sich wieder mehr Indianer bei den Commitern versammeln. Nur so kann die enorm gestiegene Anzahl von Projekten nachhaltig und innovativ weiterentwickelt werden. Deswegen bleibt als Geburtstagswunsch: „Mehr Entwickler braucht das Apache-Land“.

Als Autor des einzigen deutschen Buches über Apache Geronimo spreche ich regelmäßig mit Apache Software. Besuchen Sie doch auch meine Federlesen-Kolumne auf heise developer.

Schlagwörter: