Christine SiepeDie digitale Welt

Online-Antrag auf Akteneinsicht

Auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands ist die Einsichtnahme in Stasi-Unterlagen noch immer aktuell. Ein neues Online-Verfahren beschleunigt jetzt die Anträge.

Die Stasi-Unterlagen-Behörde stellt die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR zur Verfügung. Monatlich werden immer noch 4.000 Anträge zur persönlichen Einsicht in Stasi-Akten beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) gestellt. Jeder Einzelne kann einen Antrag auf persönliche Akteneinsicht stellen. Mehr als anderthalb Millionen Menschen haben seit 1992 von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Bislang wurden die Anträge auf Akteneinsicht in Papierform eingereicht. Antragsformulare waren in bei allen Dienststellen persönlich erhältlich oder wurden auf telefonische Anfrage zugeschickt.

In den so genannten dezentralen Karteien speicherte der Staatssicherheitsdienst neben vielfältigen Informationen über DDR-Bürger unter anderem auch Informationen über Firmenvertreter, Diplomaten, Journalisten oder Korrespondenten in der DDR, Personen, die wichtige Positionen im öffentlichen Dienst, in Parteien oder Organisationen oder der Wirtschaft innehatten, besuchsweise oder dienstlich in die DDR einreisten oder aktiver Tätigkeit gegen die DDR verdächtigt wurden.

Nun wird auch in dieses Kapitel deutscher Geschichte von der zunehmenden Digitalisierung erfasst. Materna erhielt den Auftrag, den bisherigen Prozess durch ein Online-Antragsformular abzubilden. In das neue Online-Verfahren ist die Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises (nPA) integriert. Um sicherzugehen, dass niemand unberechtigt Einblick in die eigenen Unterlagen nimmt, bedarf es einer Identitätsbestätigung.

Dadurch können Bürger, die den neuen Personalausweis haben, nun bequem ihre Identität nachweisen (eID) und den Antrag vom heimischen Schreibtisch aus online stellen. So entfallen mitunter weite Wege zu Bürger- oder Meldeämtern oder zu Außenstellen des BStU zur Identitätsfeststellung. Dies ist beispielweise für Menschen mit Behinderung besonders von Interesse, da diese oft weniger mobil sind und die Verwaltungsdienstleistung als Service von zu Hause aus nutzen können. Auch deutschen Staatsbürgern im Ausland bleibt der Weg in die Botschaft erspart.

Gezeigt wird die neue Lösung auf der CeBIT im Public Sector Parc in Halle 7 bei Materna am Stand C18 und beim BStU am Stand A58.

 

Hier geht es zum Faltblatt „Einblick in die Stasi-Akten“

http://www.bstu.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/akteneinsicht-faltblatt.pdf?__blob=publicationFile

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