Kerstin KrügerMenschen und Unternehmen

Mit Komplexität leben lernen: Gedächtnistraining beim ÖV-Symposium

Die ZDF-Show „Deutschlands Superhirn“ demonstrierte, was das menschliche Gehirn alles leisten kann. Gedächtnisweltrekordler Dr. Boris Nikolai war bei uns zu Gast und wir konnten uns von seinem beeindruckenden Können selbst ein Bild machen – eine spannende Erfahrung beim ÖV-Symposium.

Der Informatiker, Neurowissenschaftler und Gedächtnisweltrekordler Dr. Boris Nikolai Konrad war Anfang September zu Gast bei unserem ÖV-Symposium, dem größten Behördentreffen in NRW. Die Symposiums-Teilnehmer konnten bei seinem Bühnenprogramm aktiv mitmachen und selbst erleben, welches Potenzial im menschlichen Gehirn schlummert. Der gebürtige Bochumer, unter anderem bekannt geworden im Rahmen der ZDF-Show „Deutschlands Superhirn“, demonstrierte zunächst live seine zuverlässige Erinnerung an die Namen von mehr als 40 Teilnehmern, mit denen er am Vormittag im Foyer erstmalig Gesprächskontakt hatte. Seine Überzeugung: Ein gutes Gedächtnis ist erlernbar!

Das Geheimnis dabei ist das Denken in Bildern. Indem beispielsweise Namen und Personen „verbildert“ und anschließend miteinander verknüpft werden, lassen sich diese um ein Vielfaches leichter und nachhaltiger erinnern. Am Beispiel des Referenten selbst: Wenn wir uns Dr. Boris Nikolai Konrad als Tennisspieler mit Nikolausmütze und Conrad-Einkaufstüte vorstellen, kommen wir kaum in Verlegenheit, seinen Namen zu vergessen. Spielend leicht lassen sich auf diese Weise Namen von Kunden, Geschäfts- und Gesprächspartnern abspeichern. Ein gutes Gedächtnis ist für viele Bereiche im beruflichen Alltag von Vorteil – beispielsweise für Führungskräfte, Mitarbeiter im Marketing oder Vertriebsmitarbeiter mit viel Kundenkontakt.

Über 600 Besucher des diesjährigen ÖV-Symposiums konnten sich in dem interaktiven Vortrag davon überzeugen, dass auch sie selbst in der Lage sind, sich innerhalb weniger Minuten eine ganze Reihe von Begriffen einzuprägen. Mit Hilfe der sogenannten Routenmethode lassen sich auch bestimmte Reihenfolgen merken. In der beruflichen Praxis kann dies eine wertvolle Hilfe beispielsweise für Referenten sein, um den Faden nicht zu verlieren. Am Ende konnten fast alle Teilnehmer mit Hilfe der zuvor gezeigten Gedächtnistechniken die Namen der 15 deutschen Bundespräsidenten aufzählen und die zehn größten Metropolen Europas, sortiert nach ihrer Einwohnerzahl, wiedergeben.

Auch wenn Sie nicht vorhaben, Dr. Konrad den Guinness-Weltrekord in der Disziplin „Namen merken“ streitig zu machen, lohnt es sich, das eigene Gedächtnis zu trainieren. Die stetige gesellschaftliche Weiterentwicklung erleichtert viele Aufgaben, bringt jedoch auch neue Bereiche und mehr Komplexität hervor, die zu bewältigen ist. Insofern war die mentale Inspiration eine spannende Erfahrung, die wir unseren Teilnehmern beim ÖV-Symposium neben aktuellen E-Government-Themen mitgeben konnten.

Als kleiner Tipp: In seinem 2016 erschienenen Buch „Alles nur in meinem Kopf“ erzählt Dr. Konrad populärwissenschaftlich und unterhaltsam, wie Gedächtnis funktioniert, warum es manchmal nicht so gut funktioniert und was eigentlich eine Jennifer-Aniston-Gehirnzelle ist.

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