Frank PientkaInnovation und Technologie

Mehr Agilität in Entwicklung und Betrieb

Um flexibel und schnell auf neue Geschäftsanforderungen zu reagieren, müssen Entwicklung (Development) und Betrieb (Operations) besser zusammenarbeiten und ihre Prozesse mehr aufeinander abstimmen. Der DevOps-Ansatz hilft dabei, agile Entwicklungsmethoden und Verfahren auch im Betrieb zu verwenden. Der Weg dahin bietet viele Abzweigungen. Die Wahl einer falschen Route kann unnötige Arbeit bedeuten.

Was steckt hinter DevOps?

Für DevOps gibt es keinen einheitlichen Konsens, sodass viele verschiedene Ansichten und Interpretationen existieren. Fest steht: DevOps bietet den notwendigen Raum für die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb.

DevOps muss als Kultur oder Bewegung angesehen werden, die sich mit der effizienten und reibungslosen Zusammenarbeit von Dev und Ops beschäftigt. Vier Säulen definieren die Eckpfeiler von DevOps: Kultur, Automation, Messung und Teilen.

  1. Als kulturelle Basis der Zusammenarbeit lassen sich gegenseitiges Vertrauen, stetiger Informationsfluss und eine anhaltende Bereitschaft zum Lernen beschreiben.
  2. Automation beginnt bei der Abbildung einfacher wiederkehrender Tätigkeiten und geht bis zur Vollautomation von Aufbau und Betrieb ganzer Umgebungen.
  3. Im Bereich der Messung sollten nicht nur die gesamte Applikation und ihre Komponenten, sondern auch dahinter liegenden Prozesse überwacht werden. eine übergreifende kontinuierliche Verbesserung und für beide Seiten nachvollziehbare Metriken sind dabei das ausgesprochene Ziel.
  4. Die Bereitschaft, Wissen zu teilen, voneinander zu lernen und Erkenntnisse proaktiv mitzuteilen, sorgt für die notwendige Basis einer klaren Kommunikation.

Warum? Kontinuierliche Updates!

Die Erwartungen der Kunden haben sich grundlegend geändert: Unternehmen stehen unter Zugzwang. Reaktionszeiten auf Änderungswünsche der Kunden und die Time-to-Market neuer Geschäftsmodelle sind ausschlaggebend für den Erfolg. Vorbei sind die Zeiten, in denen einmal im Jahr ein Software-Update und alle drei Jahre ein größeres Update durchgeführt wurde. Zwar werden Anwendungen immer öfter agil entwickelt und es wird im Zweiwochenrhythmus getestete und produktionsreife Software produziert, aber bis diese durch die internen Qualitäts- und Betriebsprozesse in Produktion gelangt, vergehen oft noch einige Tage bis Wochen. Nicht nur die verwendeten Werkzeuge, sondern auch die dahinter verborgenen Prozesse stehen dem entgegen.

Stabilität trifft Agilität

Die Bemühungen der vergangenen Jahre zielten darauf, mithilfe von Konsolidierung und Standardisierung die Betriebskosten zu reduzieren. ITIL legte bereits der Fokus auf den Mehrwert für den Kunden. Dabei wurde die Basis für stabile Prozesse, bessere und aktuellere Information über die angebotenen Services sowie die dabei eingesetzten Konfigurationen und Produktversionen geschaffen. Da diese Prozesse und Modelle jedoch oft losgelöst von der Entwicklung eingeführt wurden, hat das wiederum zu Prozesssilos geführt, die eigentlich vermieden werden sollten. Mittlerweile ist die Flexibilität in der Nutzung neu umgesetzter Anforderungen immer wichtiger als die Stabilität der Systeme. Systeme müssen dabei immer häufiger elastisch auf stark schwankende Nutzerzahlen reagieren können. Zusätzlich ist die Intensität der Nutzung neuer Applikationen im Vorfeld immer öfter nicht abzusehen. Dadurch fehlen dem Betrieb vertraute Rahmenparameter, um eine passend dimensionierte Infrastruktur mit den notwendigen Kapazitäten bereitstellen zu können.

Die erfolgreiche Einführung von DevOps

Dadurch dass Betrieb und Entwicklung bei DevOps schon früh und eng zusammenarbeiten, können diese leichter voneinander lernen. Die Einführung von DevOps muss jedoch klar als Lernprozess betrachtet werden. Es muss Raum geschaffen werden, der Fehler zulässt.

Tools sind ein wichtiges Mittel zum Zweck. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter in die Entscheidung für die einzusetzenden DevOps-Werkzeuge einbeziehen. Im Idealfall bestimmen sie sogar selbst die einzusetzenden Werkzeuge. Die passenden Tools für die täglichen Aufgaben sorgen zudem für Zufriedenheit. Umso mehr das gesamte Unternehmen die DevOps-Kultur mitträgt, umso weiter wird auch die gesamte IT-Performance steigen.

Da es sich bei DevOps um einen Ansatz handelt, der den gesamten Entwicklungs- und Betriebsprozess betrifft, sollten Verantwortliche die bestehenden Vorgehensweisen und Zuständigkeiten überdenken.

Bisher setzten Unternehmen DevOps eher in einzelnen Projekten ein. Es ist jedoch an der Zeit, daraus ein strategisches Thema zu machen und damit einen Mehrwert für das Business zu generieren. Langfristig profitieren davon alle Beteiligten: Vor allem der Endanwender erhält deutlich schneller die für ihn wichtigen Änderungen.

Mit der konsequenten Einführung von DevOps können Unternehmen sowohl Produktivitäts- als auch Wettbewerbsvorteile erzielen. Eine Automatisierung auf Knopfdruck rechnet sich auch für Organisationen, die nur wenige neue Releases pro Jahr ausliefern, da die gesamte Lieferkette besser und effizienter wird.

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