Corinna SchoenbeckInnovation und Technologie

Fort Fantastic – Voll in Fahrt beim ITIL-Simulationstraining!

Heute möchte ich das Konzept Fort Fantastic vorstellen. Letzte Woche durfte ich selbst an dem aufregenden Planspiel teilnehmen. Für die, die nicht wissen, was gemeint ist: Fort Fantastic ist ein Simulationstraining, das Geschäfts- und ITIL-Prozesse realitätsgetreu nachahmt. Hierzu werden die Teilnehmer in zwei Teams eingeteilt, die gegeneinander antreten, um in der Simulation einen Freizeitpark zu managen.

Fort Fantastic – Der Ablauf

Zu Beginn des Trainingstages erklärten die beiden Moderatoren den Ablauf. Darum geht’s:

Gespielt wird über einen Zeitraum von drei Saisons des Freizeitparks. In jeder Saison beeinträchtigen immer wieder Störungen an den Attraktionen oder der Infrastruktur des Parks den Betriebsauflauf. Diese Störungen gilt es, effizient und schnell zu lösen. Weiterhin können die Teilnehmer das Spielgeschehen mithilfe von Maßnahmenkarten signifikant beeinflussen, indem sie verschiedene Modifikationen an Attraktionen in Auftrag geben oder Werbekampagnen für den Park starten.

Für das Spiel werden alle Teilnehmer auf vier unterschiedliche Rollen aufgeteilt.

Die Rollen:

  1. Der Leitstand erhält vom System Berichte über die Betriebsbereitschaft des Parks. Im Falle einer Systemmeldung ist es seine Aufgabe, den Technical Support mithilfe von Fehlermeldungen zu informieren und mit allen notwendigen Informationen über die Störung zu versorgen.
  2. Der Technical Support ist für die Entstörung verantwortlich, indem er die zu den Fehlermeldungen passenden Lösungscodes erarbeitet.
  3. Das Operating Business kontrolliert die Teamleistung aus der finanziellen Perspektive. Es behält die Business-KPIs im Auge, kümmert sich um Marketing-Maßnahmen und steuert möglichen Störungen entgegen.
  4. Der Parkmanager trägt aus seiner strategischen Perspektive heraus die Rollen des Gesamtverantwortlichen und Entscheidungsträgers.

Nun geht’s ans Teambuilding und die Rollenverteilung. Bei der Frage, in welches Team ich gehören möchte, fiel die Wahl auf den Technical Support. Schließlich habe ich mit meinem Job im Online-Marketing mit KPIs und Marketing-Prozessen bereits regelmäßig zu tun und freue mich über eine andere Herausforderung. Abwechslung soll her! Gemäß ITIL geht es darum, Störungen unter Zeitdruck und Stress zu beheben. Die ersten Meldungen flattern bereits auf unseren Tisch: „Der Bügel einer Achterbahn quietscht“. Ist das wirklich eine Störung? Wir entscheiden uns dafür, dass die Aufgabe eher ein Hinweis ist und reichen die Karte an unsere Kollegen aus dem Operating Business weiter. Und tatsächlich: Der vorliegende Maßnahmenkatalog stellt eine passende Maßnahme bereit, um das Problem zu beheben und somit einer möglichen Störung vorzubeugen. Das nenn ich mal Team Working par Excellence!

Fort Fantastic voll in Fahrt – der Name ist Programm

Doch es bleibt keine Zeit für großes Schulterklopfen. Eine neue Störungsmeldung liegt bereits vor. Und schon kommt die nächste und noch zwei weitere. Der komplette Freizeitpark spielt verrückt, und auch wir Teilnehmer sind außer Rand und Band.

Die Aufgaben kommen in erbarmungslosem Tempo. Die Meldungen fliegen nur so durch den Raum. Wir flitzen zu unserem Leitstand, um die Lösungsvorschläge einzureichen und neue Fehlermeldungen wieder zurück zum Team zu bringen. Ich gerate ganz schön aus der Puste und beglückwünsche mich kurz selbst zu der Eingebung, heute früh mal auf flache Schuhe gesetzt zu haben.

Die erste Saison ist vorbei. Der Parkmanager ruft zur Teamsitzung. Wir analysieren die Kennzahlen und hinterfragen unsere Strategie. Das Ergebnis ist ernüchternd: Es liegen deutlich zu viele Fehler bei den Lösungscodes vor. Autsch. Das betrifft den Technical Support. Wir ändern den Plan und rekrutieren Verstärkung aus dem Operating Business. Nun sind wir zu viert und können Zweierteams bilden – zu zweit lässt sich der Lösungsweg schneller ausfindig machen. Und siehe da: Diese Optimierung zeigt ihre Wirkung. In der zweiten Saison arbeiten wir effizienter, machen weniger Fehler und kurbeln den Umsatz an. Da kommt wieder eine Störung rein, doch Moment – das hatten wir doch schon mal! Schnell schaut der Leitstand bei den bereits gelösten Fällen nach und findet dort die Lösung noch aus der Vorsaison. Zeit gespart!

Der Parkmanager ist zufrieden am Ende der zweiten Runde. Ich schaue auf die Tafel mit unseren Kennzahlen und bin beeindruckt: Alle Maßnahmen und Prozessoptimierungen, die wir durchgeführt haben, sind dort abzulesen. Und wir machen Gewinn! Sogar soviel, dass wir uns eine kleine neue Attraktion für den Park kaufen können.

Die dritte Saison verläuft zwar genauso actiongeladen wie die beiden Runden vorher, doch es geht wesentlich routinierter zu, ja beinahe schon entspannt.

Doch dann: Die letzten Tage der letzten Saison sind gezählt. Eine abschließende Feedbackrunde bringt die traurige Bilanz: Mit einem knappen Vorsprung beim Umsatz und Gewinn hat das andere Team gewonnen. Doch auch wenn das Ausgangsziel hieß: Sei besser, als das andere Team, so fühle ich mich dennoch nicht als Verlierer und bin um die Erfahrung reicher.

Das Besondere an Fort Fantastic: Die Auswirkung der Prozessoptimierung ist sofort erkennbar und man sieht schwarz auf weiß, dass die eigene Arbeit Früchte trägt. Nach jeder Saison liegen die neuen KPIs vor und die zuvor entschiedenen Maßnahmen bringen den Ertrag. Die Besucherzahlen steigen, der Umsatz legt zu. Nach jeder Runde werden die Zahlen auf die Leinwand übertragen und man sieht, was man geleistet hat. Jeder spürt, wie wichtig die eigene Rolle für den Unternehmenserfolg ist: Ohne den Leitstand werden keine Meldungen weitergeleitet. Ohne den Technical Support werden keine Lösungswege erstellt. Ohne das Operating Business gibt es keine finanzielle Kontrolle und keine vorbeugenden Maßnahmen. Und ohne Parkmanager keine Entscheidungen.

Eigentlich ist es genau so, wie es in Unternehmen abläuft. Nur, dass in der Realität die Abteilungen getrennt voneinander arbeiten und jeder seinem eigenen Job nachgeht. Die Ergebnisse bekommen die Mitarbeiter nie so klar zu Gesicht. Das Fort Fantastic Planspiel hingegen führt direkt vor Augen, wie ein Unternehmen durch die strategisch geplante Zusammenarbeit und die Optimierung von Prozessen zum Erfolg geführt werden kann.

Fort Fantastic – mein Resümee

Obwohl ich leider nicht zu dem Gewinner-Team gehörte, hat mir Fort Fantastic großen Spaß gemacht: Dynamisch, spannend und aufschlussreich! Und es eignet sich für jede Zielgruppe, auch ohne ITIL-Kenntnisse.

Allen, bei denen die Neugierde noch nicht gestillt (oder jetzt erst recht geweckt) ist, möchte ich unser aktuelles Video über das Simulationstraining ans Herz legen!

https://www.youtube.com/watch?v=Zkz484I0lyw

Weitere Informationen über ITIL zu finden unter: www.materna.de/itil

Mehr Informationen über Fort Fantastic zu finden unter: www.materna.de/fort-fantastic

Chaos im Freizeitpark Fort Fantastic!

Chaos im Freizeitpark Fort Fantastic!

 

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