Christine SiepeInnovation und Technologie

Digital Enterprise: Was Geschäftsführer wissen müssen, um ihre IT-Systeme jetzt zukunftssicher aufzustellen

Wer eine kapitalintensive Investition in ein neues IT-System plant, um damit die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Kerngeschäftsprozesse zu steigern, holt sich hierfür Rat bei einem strategischen IT-Berater. Parallel dazu sollte aber auch die Geschäftsführung ein Gespür dafür entwickeln, welche Anforderungen die Fachbereiche künftig an die IT-Systeme haben werden.

Was sich als Ansatz für eine langfristig erfolgreiche IT-Strategie herauskristallisiert hat, ist die Idee, den Kunden künftig noch stärker als bisher in den Mittelpunkt aller geschäftlichen und IT-strategischen Bestrebungen zu stellen. Dies mag zunächst trivial klingen. Wer sich aber einmal rückblickend die historische Entwicklung der IT-Systeme über die vergangenen zehn bis 15 Jahre ansieht, wird feststellen, dass dieser Ansatz in die richtige Richtung führt.

Etwa seit dem Jahr 2000 befindet sich der CIO in einer immer wiederkehrenden Diskussion um den eigentlichen Wertbeitrag der IT im Unternehmen. Viele Manager sehen in der IT eine standardisierte Leistung, die primär dazu da ist, administrative Prozesse zu verschlanken. Die Unternehmen haben jedoch einen Punkt erreicht, an dem sich Standardabläufe aus HR, Controlling oder ERP kaum noch optimieren lassen. Daher stellen sich immer mehr Geschäftsführer die Frage, wo sie mit ihrer IT noch weitere Prozesse verbessern können.

Information Worker benötigen mehr IT-Unterstützung

Die Diskussionen über den strategischen IT-Einsatz gehen heute dahin, wie sich die Arbeitsprozesse der Wissensarbeiter besser durch die IT unterstützen lassen. Ein wesentliches Element hierbei ist die weitergehende Vernetzung von Mitarbeitern innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation und die Einbettung dieser Funktionen für die Zusammenarbeit in die täglichen Arbeitsprozesse. Das heißt nun aber nicht, dass noch mehr Angestellte noch mehr Emails lesen oder mit Smartphones 24 Stunden am Tag erreichbar sein sollen. Im Vordergrund stehen intelligente Möglichkeiten zum gemeinsamen Arbeiten an Projekten sowie um einen Wissensaustausch mit Werkzeugen wie Blogs, Wikis und Foren. Die Wissensarbeiter müssen heute schneller und präziser relevante Daten aus dem eigenen Unternehmen sowie den Märkten erhalten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Dies schließt auch die Kommunikation mit Kunden ein, beispielsweise bei Reklamationen im Servicefall. Generell geht es um eine Unterstützung von zentralen und in hohem Maße wertschöpfenden Prozessen innerhalb einer Organisation, die sich sehr dynamisch entsprechend den Marktanforderungen verändern.

Parallel dazu beschleunigte sich in den letzten Jahren die Geschwindigkeit, mit der sich Märkte und Geschäftsmodelle verändern. Diese neue Art von Agilität überfordert die bestehenden Innovationsprozesse in den Unternehmen. Man muss sich nur anschauen, welche Auswirkungen die Open Source-Bewegung auf die kommerzielle Software hatte oder wie sich derzeit die Medienlandschaft durch die Krise der Printmedien verändert.

Unternehmen reagieren auf diese Agilität der Märkte mit der Implementierung einer neuen Generation von Anwendungen, die unter der Bezeichnung Systems of Engagement zusammengefasst werden. Diese Lösungen arbeiten parallel zu den weiterhin bestehenden Transaktionssystemen und adressieren die Anforderungen der neuen globalen Wirtschaftswelt. Schnelle Kommunikation über Social Media-Plattformen sowie eine enge Vernetzung der eigenen Organisation intern, aber auch mit externen Partnern und Lieferanten sind Beispiele dafür, welche Funktionen die neue Generation der Unternehmens-Software bereitstellen muss.

Ein Beleg für die Veränderung ist die anhaltende Diskussion über den Einsatz der E-Mail als zentrales Kommunikationsmittel. Die Überflutung der Mailboxen vieler Anwender zeigt, dass hier Alternativen notwendig sind. Beispielsweise lassen sich auch im beruflichen Umfeld mit Social Media-Technologien deutlich effizientere Kommunikationswege implementieren.

Fazit

Für Unternehmenslenker von heute ist es wichtig zu wissen, dass die IT-Lösungen der nächsten Generation, also die Systems of Engagement, dafür sorgen, dass sich die Produktivität der Wissensarbeiter erhöht. Diese Lösungen ermöglichen und steuern Konversationen – insbesondere mit den Kunden. Im Gegensatz zu Transaktionssystemen liefern Systems of Engagement ihre Informationen nicht nur just in time, sondern in Echtzeit. Diese Echtzeitunterstützung entspricht auch der heutigen Erwartungshaltung vieler Kunden, die immer schneller und präziser über Produkte, Preise oder Lieferzeiten informiert werden möchten.

Für das Marketing liegt die Herausforderung darin, den Kunden relevante Inhalte zur richtigen Zeit über den richtigen Kommunikationskanal anzubieten. Erst wenn Kaufgelegenheit und Interesse des Kunden zusammenfallen, entsteht der Kaufprozess. Auch hierfür ist eine enge Vernetzung der Mitarbeiter mit Kunden und Märkten notwendig.

Die IT-Lösungen der nächsten Generation steuern noch enger die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg und ermöglichen die direkte Interaktion mit den Endkunden. Grundlage dieser neuen Art der Vernetzung sind Social Media-Technologien sowie Cloud-basierte Applikationen, wie sie heute schon von den großen IT-Konzernen angeboten werden.

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