Eileen HildebrandInnovation und Technologie

BPMN – Zeitereignisse, die nie passiert sind

Wenn auch einige Dinge in der BPMN-Spezifikation unklar bleiben, wird die Verwendung von Zeitereignissen klar dargestellt: Als Startereignis erzeugen sie eine Marke für eine neue Prozessinstanz, sobald die Zeitbedingung eingetreten ist. Als Zwischenereignis werden sie nur dann beachtet, wenn gerade eine Marke auf sie wartet.

Dennoch musste ich schon häufiger die Verwendung von so genannten Zeitaktivitäten beobachten. Diese sollen dazu dienen, Fristen oder Timer ein- und auszuschalten. Das bedeutet also, meine Marke läuft durch den Prozess und schaltet immer mal wieder irgendwelche Zeitereignisse an und wieder aus. Dass man den Wert für ein generisch benanntes Zeitereignis irgendwann und irgendwo setzen, berechnen oder auch mal verändern muss, ist unbestritten. Dafür sind dann auch Aktivitäten notwendig.

Das Ein- und Ausschalten von Fristen oder Timern durch Aktivitäten ist mit der BPMN-Modellierung allerdings nicht wirklich vereinbar. Wenn für eine Prozessinstanz ein Zeitereignis nicht greifen soll, dann darf der Sequenzfluss meine Marke(n) auch nicht dorthin führen, wo sie auf das Ereignis warten würde. So einfach ist das! Oder auch nicht…

Denn wenn es viele Zeitereignisse gibt, die auch noch durch verschiedene Abhängigkeiten beeinflusst werden, kann das ganz schön kompliziert werden. Hier gilt es, diese Abhängigkeiten und die verschiedenen Fälle genau zu analysieren. Nur so kann ein korrektes BPMN-Modell entstehen.

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